Seit wann gibt es prickelnden
Champagner ?
Unter den Briten entwickelte sich seinerzeit die Gepflogenheit, den damals noch
stillen Champagnerwein mittels Zugabe von Zimt, Nelken, Zucker und Melasse
einen perlenden lebendigen Charakter zu verleihen. Benediktinermönche
sollten schließlich dem Wein aus der Champagne durch verbesserte
Herstellungsverfahren in seiner Qualität entscheidend verfeinern.
Dem Benediktinermönch und Kellermeister Dom Pérignon irritierten
hierbei die feinen, sich in einigen der Weine bildenden Bläschen und
wertete dies als unerwünschtes Makel. Das Entstehen der prickelnden Perlen
im Wein hatte mit dem kühlen und rauen Klima und der kurzen
Vegetationsperiode in der Champagne zu tun. Den oft spät im Jahr
geernteten Trauben bzw. genauer gesagt der in den gepressten Trauben
enthaltenen Hefe blieb nicht genug Zeit zur vollständigen Fermentation (
Umwandlung ) des Zuckers in Alkohol, so dass unfertige Weine abgefüllt
wurden.
Champagner: außergewöhnlich
prickelnder Luxuswein
Während der kühlen Wintermonate ruhte der Fermentationsvorgang, doch
sobald der Frühling mit wärmeren Temperaturen einsetzte, setzte sich die
alkoholische Gärung in den fest verschlossenen Flaschen fort, was zur
Ansammlung von Kohlendioxid und damit zum feinen Prickeln des
Champagner-Weines führte.
Unter Adelskreisen hielten die edlen Tropfen aus
der Champagne mit dem außergewöhnlichen Kribbeln rasch erfolgreich Einzug
und bald eroberte der prickelnde Luxuswein auch die Gunst zahlreicher
Künstler und Gelehrter wie Goethe oder Voltaire. Personen aus dem
gehobenen Bürgertum wie Bismarck oder der preußische König Friedrich
Wilhelm IV. entwickelten ein wahres Faible für den perlenden Champagner.
Deutsche Winzerfamilien verhalfen zum
Ruhm des Champagners
Eine Reihe, vor allem aus Rheinhessen in die Champagne
eingewanderte deutsche Winzerfamilien wie Roederer,
Bollinger, Heidsieck, Krug oder Mumm trugen zum Erfolg des
begehrten feinprickelnden Champagners bei.
Als Anfang der 90er Jahre, bedingt durch die Rezession der
Champagnerabsatz stark zurückging, waren einige renommierte
Hersteller gezwungen, ihren Betrieb an große Konzerne zu
verkaufen. Selbständig blieben allerdings die Häuser
Bollinger, Pol-Roger und Roederer, welche unter
Champagnerliebhabern weltweiten Ruf genießen.
Begehrte edle Champagnerweine (
Champagner Sorten )
Zu den begehrtesten edlen Champagnersorten ( Champagner
Weine ) zählen solche, die mit einem Jahrgang versehen sind
( Millésimes ) und mir ihrem individuellen Bouquet stärker
an Wein erinnern. Echte Kenner bevorzugen teure
Champagnersorten, die ausschließlich aus den am höchsten
kultivierten Weintrauben eines Jahrgangs gekeltert worden
sind, den sogenannten „ Cuvées de Prestige " ( Prestige
Cuvée ) , zu denen der „ Dom Pérignon “ von Moets, der „
Cristal “ aus dem Hause Roederer, der „ Prince André de
Bourbon Parme “ von Abel Lepitres sowie der „ Belle Epoque “
aus dem Hause Perrier-Jouets gehören.
Champagner: Inbegriff für Luxus
Winston Churchill umschrieb den edlen Champagner einst mit
den Worten: „ Bei Siegen hat man ihn verdient, bei
Niederlagen braucht man ihn. “ Marilyn Monroe sagt man nach,
dass sie in feinstem prickelnden Champagner gebadet haben
soll. Kurzum, der Champagner hat sich zum Modegetränk der
Reichen und Schönen entwickelt und ist der Inbegriff für
Exklusivität und Luxus.
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