Vorgeburtliche Strahlenbelastung
Fakt ist, dass eine vorgeburtliche Strahlenbelastung
schwerwiegende Folgen für das Baby im Mutterleib haben kann,
je nachdem in welchem Stadium der Entwicklung sich der
Embryo befindet, also in welcher Schwangerschaftswoche die
erhöhte Radioaktivität auftritt und wie hoch die
Strahlendosis überhaupt ist. Die Strahlung durch radioaktive
Stoffe kann auf unterschiedlichen Wegen während der
Schwangerschaft erfolgen: entweder ist der Bauch der
Schwangeren von außen einer erhöhten Strahlung durch
Radioaktivität ( „ radioaktive Strahlung “ ) ausgesetzt oder
die werdende Mutter nimmt radioaktive Partikel über die
Atemwege, die Nahrung oder durch Verschlucken aus der Luft
auf und setzt auf diese Weise das ungeborene Baby im
Mutterleib unbemerkt einer Strahlung durch radioaktive
Stoffe aus. Allerdings ist über die Gebärmutter ein gewisser
Schutz des Embryos oder Föten vor einer Strahlung durch
radioaktive Stoffe gewährleistet
Hohe Strahlenbelastung besonders
gefährlich für den Embryo in den ersten
Schwangerschaftswochen
Besonders empfindlich ist der heranwachsende Embryo in den ersten
Schwangerschaftswochen, in denen sich sämtliche Organe ausbilden, so dass
eine erhöhte Strahlenbelastung gerade im ersten Schwangerschaftsdrittel (
1. bis 12. Schwangerschaftswoche ) schwerwiegende gesundheitliche Folgen
für das Baby nach sich ziehen kann. Besteht der Embryo noch aus wenigen
Zellen, kann eine erhöhte Strahlendosis das Absterben des Zellhaufens
bewirken, noch bevor die Schwangere von ihrer Schwangerschaft erfährt.
Eine erhöhte radioaktive Belastung kann darüber hinaus zu Fehlbildungen (
Missbildungen ), Wachstumsstörungen des Babys oder einer Fehlgeburt
führen. Viele der Babys, die während des Atombombenabwurfes in Hiroshima
oder Nagasaki im Mutterleib heranwuchsen, waren später von einer geistigen
Behinderung betroffen.
Erhöhtes Krebsrisiko durch
Strahlenbelastung in der Schwangerschaft
Eine weitere gesundheitliche Gefahr für Babys, die im
Mutterleib einer erhöhten Strahlenbelastung durch
Radioaktivität ausgesetzt sind, besteht in einem erhöhten
Risiko, später an Krebs zu erkranken. Geringere
Strahlendosen, die einer Strahlenbelastung von weniger als
500 Röntgenaufnahmen entsprechen, sollen Wissenschaftlern
zufolge zu keiner Zeit während der gesamten Schwangerschaft
zu Fehlbildungen führen, jedoch das Krebsrisiko, also später
im Leben an Krebs zu erkranken, geringfügig erhöhen.
Strahlenbelastung im Flugzeug: Gefahr
für Schwangere?
Auch im Flugzeug sind wir einer nicht zu unterschätzenden
Höhenstrahlung ausgesetzt und manche Ärzte raten schwangeren
Frauen davon ab, sich im ersten Schwangerschaftsdrittel
einem Langstreckenflug zu unterziehen. Andere wiederum
verneinen eine schwerwiegende Gefahr für das ungeborene
Leben durch die Höhenstrahlung bei einem Flug mit dem
Flugzeug, die in etwa einem Zehntel der Umweltradioaktivität
entspricht, der wir natürlicherweise jährlich ausgesetzt
sind. Für die Flugstrecke von Frankfurt nach New York beträgt die
Strahlenbelastung durch Höhenstrahlung für Fluggäste etwa 30 Mykrosievert.
Je nach den örtlichen Gegebenheiten beträgt die
durchschnittliche natürliche Hintergrundstrahlung in
Deutschland etwa zwischen 2 bis 5 Millisievert ( mSv ) pro
Stunde. Bei einer Röntgenuntersuchung ist unser Körper einer
Strahlenbelastung von zwei Millisievert ausgesetzt. |