Fortbildung, Weiterbildung, Umschulung zum Detektiv
Ganz anders als im Fernsehen oder in Romanen ist der Berufsalltag eines
Detektivs als diskreter Ermittler weniger spektakulär, dafür aber doch äußerst
vielseitig. Die Berufsbezeichnung Detektiv ist rechtlich nicht geschützt. Wie bereits erwähnt, darf jeder private Ermittler sich in Deutschland diese Bezeichnung zulegen, ohne je irgendeine besondere Prüfung abgelegt zu haben.
Es existiert keine gesetzlich vorgeschriebene Ausbildung mit staatlicher Abschlussprüfung vor der Industrie- und
Handelskammer für den Beruf Detektiv. Unabhängig davon gibt es zahlreiche Angebote kommerzieller Fortbildungseinrichtungen, die Interessenten zur Aufnahme einer detektivischen Tätigkeit spezielle Umschulungen anbieten. Aufgrund fehlender gesetzlicher Vorgaben lässt sich jedoch teilweise über die Qualität dieser Fortbildungen
streiten.
Ausbildung zum Detektiv mit Zertifikat
Wer sich ernsthaft für die Ausübung einer Tätigkeit in der Detektivbranche interessiert und nach einer qualifizierten Ausbildung mit Zertifikat sucht, ist am besten bei der Zentralstelle für die Ausbildung im Detektivgewerbe ( ZAD ) aufgehoben. Die 1986 gegründete ZAD mit Sitz in Berlin vereint das Fachwissen zahlreicher nationaler und internationaler Detektivverbände und weist langjährige Erfahrung in der praktischen Vermittlung von stets aktualisierten Lehrinhalten auf. Dabei entscheidet der Beirat der ZAD, der sich aus den drei Verbänden Bundesverband Deutscher Detektive ( BDD ), Bund Internationaler Detektive ( BID ) und Deutscher Detektivverband ( DDV ) zusammensetzt, über Gestaltung und Fortschreibung des Tätigkeitsbildes und Bildungsplans für
Detektive. Fachspezifisches Wissen kann bei der ZAD ein einem fast zwei Jahre währenden kombinierten Fern- und Direktunterrichtsprogramm für Detektive und Detektivinnen erworben werden, welches Detektivpraktikanten auf die Abschlussprüfung
vorbereitet.
Geprüfter Detektiv / geprüfte Detektivin
Nach bestandener Prüfung können sich die Absolventen künftig „ Geprüfter Detektiv/ Geprüfte Detektivin “ nennen, eine allgemein anerkannte Berufsbezeichnung, auf die immer mehr Kunden heutzutage als Qualitätskriterium Wert legen. Alternativ bietet die ZAD einen 10-monatigen Intensiv-Fernlehrgang für private Ermittler und Detektive an, bei dem sich an die Abschlussprüfung noch eine zweijährige Praxistätigkeit anschließt, nach der die Teilnehmer schließlich das Qualifikationszertifikat „ Geprüfter Detektiv / Geprüfte Detektivin “ erhalten. Ein weiterer Lehrgang der ZAD bildet in Form eines 6-monatigen kombinierten Fern- und Direktunterrichtsprogramms zum Kaufhausdetektiv bzw. zur Kaufhausdetektivin aus.Auf ihrer umfangreichen Webseite informiert die Zentralstelle für die Ausbildung im Detektivgewerbe unter anderem über das Berufsbild des Detektivs, seine geschichtliche Entwicklung, mögliche Aus- und Fortbildungen sowie wichtige Termine und Veranstaltungen. Neu eingerichtet ist außerdem eine Diskussionsplattform für
Detektive.
Fachkraft für Schutz und Sicherheit
Abschließend sei auf den seit 2002 staatlich anerkannten alternativen Ausbildungsweg zur " Fachkraft für Schutz und Sicherheit " hingewiesen. Jene dreijährige Ausbildung bei einem entsprechenden Sicherheitsdienstleister befähigt die Absolventen, zur öffentlichen Sicherheit und Ordnung beizutragen. Sicherung und Schutz reicht dabei von Personen und Objekten bis zu Werten und Anlagen. Die jeweiligen Fachkräfte beherrschen in diesem Zusammenhang präventive Maßnahmen und Methoden zur Gegenabwehr.
|